Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Forschungskita der Max-Planck-Gesellschaft zu sein, bedeutet für unseren pädagogischen Alltag, dass regelmäßig Forschungsgruppen, die Interesse an der sozialen, kognitiven, motorischen oder sprachlichen Entwicklung von Kindern haben, in Zusammenarbeit mit uns als Kita Datenerfassungsprojekte in unserer Einrichtung durchführen.

Zudem möchten wir den Austausch von Theorie/ Wissenschaft und Praxis fördern und laden Wissenschaftler*innen zur Diskussion von Forschungsvorhaben, Methodik sowie ersten Ergebnissen und deren Evaluation in unsere Teamsitzungen ein. Ergebnisse und Rückmeldungen nutzen wir, um unsere pädagogische Arbeit zu reflektieren und gegebenenfalls Dinge anzupassen. Die Forscher*innen wiederum können unsere Rückmeldung nutzen, um beispielsweise Methodik in der Arbeit mit Kleinkindern zu modifizieren. Wir sehen ein großes Potential, langfristig Fragen aus der pädagogischen Praxis in die Wissenschaft tragen zu können.

Beispiele für bisherige Forschungen und deren Methodik (2015-2016):

  • Motorische Entwicklung von Kindern: Wie setzen Kinder, die gerade das Laufen lernen/ gelernt haben, ihren Körper zur Erklimmung von Hindernissen ein? Sind diese Bewegungen kognitiv vorausgeplant oder spontane körperliche Reaktionen auf Objekte?
    Methode: Beobachtung, Videografie, Hindernisparcours im Bewegungsraum
  • Sozial-kognitive Entwicklung von Kindern: Wie lernen Kinder den Umgang mit Pflanzen? Wie reagieren sie auf Anreize von Kindern und Erwachsenen? Ahmen Kinder Gestik, Mimik, Methodik nach und wenn ja, wie?
    Methodik: Gartenprojekt in Kleingruppen, Videografie, Test zum Wissensstand der Kinder zu Beginn und am Ende des Projekts
    Laufzeit: 3 Jahre

 

Zwischen Kita-Team, Leitung und Direktion des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Professor Dr. Ulman Lindenberger, wurde wurde folgender Leitfaden für die Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von Forschungsvorhaben vereinbart:

  1. Genehmigung des Forschungsvorhaben durch die Ethikkommission des Instituts
  2. Gespräch mit der Kita-Leitung
  3. Vorstellung des Forschungsvorhabens in einer Teamsitzung
  4. Information der Eltern (z.B. Informationsschreiben, Elternabend, Datenschutzerklärungen, schriftliche Einverständniserklärung der Eltern)
  5. Koordinierung des Forschungsvorhabens in der Kita (Kita-Leitung und Forschungsgruppenleitung)
  6. Kinder-Forscher-Konferenz (Vorstellung der Forschungsgruppe, Beteiligten und des Projekts für die Kinder)
  7. Forschungsvorhaben
  8. Abschlussgespräch zwischen Kita-Leitung und Forschungsgruppenleitung
  9. Vereinbarung zur Informationsweitergabe von ersten Ergebnissen an Team und Leitung
  10. Abschluss des Kooperations-Projektes

Alle Beteiligte am Forschungsprojekt, die in der Einrichtung mit den Kindern arbeiten, müssen ein Erweitertes Führungszeugnis nachweisen.